Was passiert, wenn eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt zum Spielball geopolitischer Machtspiele wird? Die Antwort liefert dieser Tage auch eine beliebte Urlaubsinsel – und diese Antwort ist erschreckend: Sri Lanka hat den 18. März 2026 kurzerhand zum arbeitsfreien Tag für staatliche Einrichtungen, Schulen und Universitäten erklärt.
Aus purer Not. Der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus ist zum Erliegen gekommen – und löst eine weltweite Öl-, Gas- und Düngerkrise aus. GPS-Signale werden in der Region gerade massiv gestört, ist vom See-Informationsdienst Windward zu erfahren, die GPS-Störung wird dem iranischen Militär zugeschrieben, viele Kapitäne haben ihre Funkortungssysteme abgeschalten, um nicht geortet werden zu können – sie haben Angst, beschossen zu werden.
Stillstand in der Straße von Hormus: Für Sri Lanka eine Katastrophe
Und während hierzulande über die hohen Spritpreise gestöhnt wird, greift Sri Lanka am anderen Ende der Welt zu Notfallplänen, rationiert den Treibstoff und fürchtet eine Wirtschaftskrise wie im Jahr 2022. Ausgerechnet Sri Lanka.
Erst im November 2025 hatte der Zyklon Ditwah die Urlaubsinsel im Indischen Ozean ins Chaos gestürzt: Heftige Regenfälle, schwere Überschwemmungen und Erdrutsche kosteten hunderten von Menschen das Leben. 
Kann es in dieser Situation eine gute Nachricht geben? Nach einem Aufruf des Rotary Distrikts 1880 wurde gemeinsam schnelle und konkrete Hilfe möglich: Inzwischen konnten bereits über 7.500 Euro an Soforthilfe überwiesen werden. Die Spenden wurden über Juniti e.V. geleitet, durch den RC Passport D 1880 gesammelt und gemeinsam mit dem RC of Badulla direkt vor Ort in wirksame Unterstützung umgesetzt.
Möglich wurde dies, weil Claudia Luft und Grit Graßberger (RC Passport D 1880) im Frühjahr 2023 bei einer Ayurveda-Kur in der Region Bedulla ihren Blick auch außerhalb ihres Urlaubsressorts gerichtet hatten. Sie sahen bittere Armut und bemerkten, dass viele Kinder wegen der Wirtschaftskrise nicht mehr in die Schulen gingen. Die Wirtschaftskrise hatte Lebensmittel schier unerschwinglich gemacht, viele Familien konnten das Geld für die Schulspeisung nicht mehr aufbringen, aus Scham blieben die Kinder zu Hause.
Dank der Spenden: Warme Mittagessen für Kinder, Schul- und Lernmaterialien und Schuluniformen
Die Folge dieses Urlaubs: Claudia Luft und Grit Graßberger gründeten den Verein Juniti. Und die Rotarierinnen arbeiteten rasch mit dem RC of Badulla zusammen.

Juniti e.V. finanziert warme Mittagessen für die Kinder sowie Schul- und Lernmaterialien, auch Schuluniformen. Und diese bestehenden Kontakte waren die beste Voraussetzung, um nach dem Chaos, das der Zyklon Ditwah angerichtet hatte, schnell helfen zu können.
Nach dem zerstörerischen Zyklon war die bisher geförderte Schule in Oliyamandiya einsturzgefährdet. Eine neue Schule wird nun gebaut, und im Januar 2026 reiste Daniel Neuer, Governor 2025/26 im Distrikt 1880, selbstverständlich auf eigene Kosten, nach Sri Lanka.
Governor legte selbst Hand an
Für eine Amtszeit hat er sich die Unterstützung von Hands-on-Projekten auf die Fahne geschrieben. Sein gegebenes Versprechen erfüllt er quer durch den Distrikt und in diesem Fall am anderen Ende der Welt.
Während seines Besuchs hatte Daniel Neuer bei der Essensausgabein der Schule geholfen, zahlreiche rotarische Freunde kennengelernt und seinerseits Projekte aus dem Distrikt 1880 vorgestellt – von der Ukrainehilfe bis zum Engagement im Kampf gegen Polio.
Der Austausch hatte gezeigt, wie internationale Zusammenarbeit konkrete Perspektiven schafft und Rotary weltweit Verantwortung übernimmt – besonders in den Bereichen Bildung, Wiederaufbau und nachhaltige Entwicklung.

In diesen von Krisen – Krieg, Ölpreise, drohende Wirtschaftsflaute – geplagten Zeiten ist es eine gute Nachricht, dass die erste Phase des Ditwha Immediate Relief Project inzwischen erfolgreich an der Pallewela Primary School in Haliela, Badulla, abgeschlossen werden konnte. Claudia Luft:“Unterstützt wurden 52 Kinder unter 12 Jahren sowie 37 Familien, die von den Folgen des Zyklons betroffen waren.“
Hilfsgüter für 52 Kinder
Verteilt wurden Schulranzen, Bücher, Lernmaterialien und Gutscheine für Schuhe, damit die Kinder wieder mit Würde und Zuversicht in den Schulalltag zurückkehren können. Für die Familien gab es Matratzen, Moskitonetze, Hygieneprodukte sowie Kleidung für Babys, Kinder und Erwachsene. Das sind auf den ersten Blick „Dinge“. Doch in Wahrheit sind es Zeichen des Mitgefühls, von Respekt und Hoffnung.
Besonders beeindruckend war das Engagement vor Ort. 14 Rotarier des RC of Badulla waren direkt und indirekt an dieser Aktion beteiligt, zusätzlich unterstützt von 8 Rotaractern. Unter der Verantwortung von Präsident Deepal, Past President Chandima und Secretary Krishantha wurden die Hilfsgüter organisiert und verteilt.
