Es kommt auf das Zusammenspiel an! Governor Sven Rössel ist Musiker

SR

Das neue rotarische Jahr hat begonnen. Governor Sven Rössel (RC Leipzig) ist Musiker, er leitet die Kreismusikschule „Heinrich Schütz“ in Nordsachsen – ihm kommt es also auf das  Zusammenspiel an. „Der Ton macht die Musik“  könnte ein Leitmotiv seiner Amtszeit sein. 

Sven Rössel: Der Spruch beschreibt eine Haltung, die uns alle angeht: Wie bekommen wir im Distrikt jedes Zahnrad so geölt, dass ein rotarisches Zusammenspiel gelingt? In gewisser Weise ist das schon wie in der Kammermusik: Jeder kennt seine Stimme und ist vorbereitet. Harmonisch wird es, wenn man gut aufeinander hört und je nach Situation in den Vorder- oder Hintergrund treten kann.

 

Welche Schwerpunkte willst du setzen?

Sven Rössel: Mein Credo ist die persönliche Begegnung, das eigentliche Leitmotiv ist die Botschaft unseres Weltpräsidenten Yinka Babalola: „Create lasting impact“ – wir wollen nicht nur Ergebnisse, sondern nachhaltige Wirkung schaffen.

Sven Rössel zu Besuch beim RC Torgau-Oschatz.
Governor Sven Rössel zu Besuch beim RC Torgau-Oschatz.

Wie wirst du in die Clubs hineinhören?

Sven Rössel: Ich möchte die Qualität der einzelnen Clubs sichtbar machen und frage: Worin besteht eure größte Stärke? Worauf seid ihr stolz? Ebenso wichtig ist mir, dass wir Bremsklötze wegschieben: Welche Schwäche bremst euch gerade? Und ich bitte jede Präsidentin, jeden Präsidenten: Wenn ihr nur ein einziges Ziel in eurem Jahr gut erreichen könntet – welches wäre das?

 

Was wird sich in deinem Alltag als Governor ändern?

Sven Rössel: Persönliche Begegnungen bekommen noch mehr Raum: Clubbesuche, Gespräche, Meetings – oft vor Ort, manchmal digital. Ich will keine Ansagen machen, sondern den Clubs Werkzeuge anbieten: Jeder soll sich nehmen, was zur eigenen Stärke passt. Gleichzeitig werde ich mehr Zeit dafür einsetzen, Brücken zu schlagen – zwischen Clubs, Distriktgremien und Rotary International.

 

Welches Back-up braucht ein Governor? Ein Büro? Einen erfahrenen Beirat?

Sven Rössel: Ein Governor ist kein Solist, sondern Teil eines Ensembles – ich habe ein gutes Team, das unterschiedliche Stimmen einbringt. Dazu gehören die Assistant Governors als verlässliche Mittler zwischen Distrikt und Clubs und die Distriktbeiräte mit ihrer besonderen Expertise, unter anderem in Kommunikation, Foundation, Internationales, Polio oder Jugenddienst. Die Past Governors bringen ihre Erfahrung ein und meine Familie hält mir den Rücken frei.

Governor Sven Rössel hat zum Besuch beim RC Torgau-Oschatz einen kleinen Bären mitgebracht. Und das hat einen Grund.
Governor Sven Rössel hat zum Besuch beim RC Torgau-Oschatz einen kleinen Bären mitgebracht. Und das hat einen Grund.

 Wie fühlt sich das an? Ist ein Jahr lang oder zu kurz?

Sven Rössel: Es ist beides: Ein Jahr ist kurz, wenn man nachhaltige Wirkung schaffen möchte, und lang genug, um klare Akzente zu setzen. Ich stelle mir vor, dass wir uns am 26. Juni 2027 in der Oper Leipzig zur Distriktkonferenz sehen, und wünsche mir, dass jede Präsidentin und jeder Präsident weiß: Es gibt eine konkrete Sache, bei der unser Club heute sagen kann: „Das ist Rotary – das finden wir gut und wir laden neue Mitglieder ein, aktiv mitzuwirken.“

 

Stichwort Zusammenspiel: Bei seinem Besuch des RC Torgau-Oschatz hatte Governor Sven Rössel ein kleines Bärchen dabei. Und dieses kleine Bärchen namens „Benno“ ist als Stellvertreter des Polio-Bären zu verstehen –  auf der Distriktkonferenz in Herrnhut hat der große Polio-Bär gerade seinen Namen bekommen: Hope.

Der Polio-Bär ist im Distrikt unterwegs. Hier ist der kleine Bär Benno beim RC Torgau-Oschatz zu Gast.
Der RC Togau-Oschatz hilft: Ein Zeitungsbericht erinnerte an die Spende der Rotarier nach einem verheerenden Erdbeben in Haiti.

 

Governor Sven Rössel erinnert mit seinem kleinen Begleiter an die gigantische Aufgabe, die Kinderlähmung auszurotten und unterstützt die Poliobeauftragte im Distrikt 1880. Birgit Schleicher (RC Bautzen/Budysin) tritt seit mehr als einem Jahr mit Polio-Bär Hope auf.

Dieses Maskottchen ist kein Zufall – es soll an Magarethe Steiff erinnern, die Gründerin der Spielwarenfabrik. Sie war eine tolle Unternehmerin, trotz ihrer Erkrankung an Kinderlähmung, deren Nachwirkungen sie lebenslang bewältigen musste. Sie hat Bären aus Fell und mit beweglichen Gliedmaßen genäht, das war die Geburt der Steiff-Bären. Unser Bär stellt somit die Verbindung der Teddybären zur Besiegung von Polio her.