Eine Mahlzeit – um lernen zu können: Rotarierinnen helfen in Sri Lanka

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Claudia Luft (im Foto oben mit Governor Daniel Neuer) und Grit Graßberger wollten Urlaub machen – und im Frühjahr 2023 mit einer Ayurveda-Kur die Traumstrände in Sri Lanka genießen. Die beiden Rotarierinnen (RC Passport D 1880) sind auf herzliche Menschen voller Gastfreundlichkeit gestoßen und auch deshalb der Insel Sri Lanka treu geblieben. Im Januar 2026 buchten die beiden Freundinnen wieder eine Ayurveda-Kur. Doch inzwischen ist die Insel für die Frauen sehr viel mehr geworden.

Schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie war Sri Lanka einer der am kritischsten verschuldeten Staaten weltweit. Die soziale und wirtschaftliche Lage ist desolat, zwischen 2021 und 2022 verdoppelte sich die Armutsrate auf 25 Prozent, wie das kirchliche Hilfswerk Misereor festgehalten hat. Krankenhäuser mussten Operationen verschieben, weil es nicht genug medizinisches Material gab. Die Lebenshaltungskosten stiegen drastisch  – und wie es aussieht, wenn Eltern und ihre Kinder in der ausweglosen Schuldenspirale eines Landes gefangen sind, entging auch den beiden Touristinnen nicht.

Bittere Armut abseits der Traumstrände

Die bittere Armut abseits der traumhaften Strände bedrückte sie, so beschlossen sie schon nach ihrer ersten Reise, zu helfen. Sie hatten mitbekommen, dass viele Kinder nicht zur Schule gehen können – weil deren Eltern die Kosten für die Schulspeisung  nicht aufbringen können. Ihre Scham über ihre Armut ist groß, und deshalb müssen viele Kinder zu Hause bleiben.

Claudia Luft und Grit Graßberger hatten sich in das Land und seine Menschen längst regelrecht verliebt – und wollten nachhaltig unterstützen. So gründeten sie im Jahr 2023 den Verein Juniti e.V., ihr Blick gilt den Vorschulkindern im Raum Badulla im zentralen Hochland. „Seit dem Start“, so Claudia Luft, „haben wir bereits 40.000 warme Mahlzeiten an die Kinder verteilt. Schlicht eine Voraussetzung, damit gut gelernt werden kann.“

Kooperation vor Ort mit dem RC Badulla

Begeisterung steckt an und so organisierten selbst die Kinder der Vereinsgründerinnen an ihren eigenen Schulen in Deutschland einen Spendenlauf an ihrer Schule, um Geld für Juniti e.V. zu sammeln. Vor Ort kooperiert Juniti e. V.  mit dem RC Badulla sowie verschiedenen Initiativen. Finanziert wurde mit Hilfe von Spenden auch notwendiges Unterrichtsmaterial, zuletzt sollte ein Gemüsegarten entstehen, um Hilfe zur Selbsthilfe zu geben und gleichzeitig den Kindern Umweltbewusstsein zu vermitteln.

Dann kam der November 2025 und der Zyklon „Ditwah“ suchte Sri Lanka heim: Zig zerstörte Häuser, etwa 180.000 Menschen in Notunterkünften, mindestens 643 Todesopfer und dazu galten 163 Menschen als vermisst – die offiziellen Angaben der Behörden in Sri Lanka Ende Dezember 2025 waren entsetzlich. Der Zyklon hatte eine Spur der Verwüstung in dem Land hinterlassen.

In der Hauptstadt Colombo standen ganze Stadtteile unter Wasser, Erdrutsche hatten Häuser und Straßen zerstört und Siedlungen von der Außenwelt abgeschnitten.

„Viele Familien haben alles verloren“

Sri Lankas Präsident rief den Katastrophenfall aus, die Armee unterstützte die Hilfseinsätze, Indien und Pakistan schickten Hilfsgüter und Hubschrauber für Rettungseinsätze – doch die Welt blutet aus vielen Wunden und auch deshalb ist nun, im Februar 2026, in den aktuellen Nachrichten nicht mehr die Rede von dieser Katastrophe.

Doch tatsächlich wird Sri Lanka noch sehr lange mit den Folgen der schweren Überschwemmungen zu kämpfen haben. „Viele Familien haben alles verloren“, sagen Claudia Luft und Grit Graßberger.

Es ist ihrem Engagement zu verdanken, dass in diesen Zeiten der Katastrophe zumindest direkte Kontakte zu Sri Lanka bestehen und bekannt ist, welche Familie jetzt am dringendsten Soforthilfe benötigen.

Spenden in Abstimmung mit den Rotariern vor Ort

Aktuell werden Spenden an Juniti e.V. in Abstimmung mit dem RC Badulla ausschließlich für Soforthilfe in Badulla und Umgebung eingesetzt: Mit dem Geld wird die Versorgung mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln finanziert. Ziel ist, die Not der Menschen unmittelbar zu lindern, auch Seife und Windeln, Basismedikamente und Verbandsmaterial werden dringend benötigt.

Claudia Luft und Grit Graßberger waren die Kinder nicht mehr aus dem Kopf gegangen –  nun hatte der Zyklon auch die geförderte Schule in Oliyamandiya schwer beschädigt. Goveror Daniel Neuer ist im Januar 2026 selbst nach Sri Lanka gereist. Beim Bau der neuen Schule  hat er – als Architekt – im Hands-on-Projekt gleich Hand angelegt.

Weitere Informationen über die Ansprechpartnerin Claudia Luft unter claudia.luft@c2sun.de